23. Auto­ren­le­sung, Mitt­wo­ch 10. Mai 2017, 19.30 in der PBZ Alt­stet­ten

Wer waren Lina und Eugen Huber?

Erwar­tungs­voll und dicht­ge­drängt sassen in der PBZ Alt­stet­ten 60 – ein Besu­cher­re­kord für die Lesung von Kul­tur48. Sie soll­ten für ihr Kommen belohnt werden:

Da stand diese quick­fi­de­le, blitz­ge­schei­te His­to­ri­ke­rin vor dem Publi­kum und es spru­del­te nur so von Anek­do­ten und erstaun­li­chen Geschich­ten rund um Eugen Huber, dem Ver­fas­ser des Schwei­zer Zivil­ge­setz­bu­ches und seine bemer­kens­wer­te Gattin Lina Huber.

Noch selten wurde an einer Lesung so viel gelacht. Bei­spiels­wei­se, als Frau Müller erzähl­te, wie der junge Eugen Huber – ein stu­dier­ter Jurist – es sich in den Kopf gesetzt hatte, keine andere als die Kell­ne­rin Lina zu hei­ra­ten. Nicht weni­ger als vier Seiten umfass­te der erste Brief an sie, in wel­chem er ebenso sach­li­ch nüch­tern wie unmiss­ver­ständ­li­ch um ihre Hand anhielt und die weit­rei­chen­den Kon­se­quen­zen einer Ehe wort­reich schil­der­te. Später als er bei ihr erfolg­reich war, sandte er ihr ebenso sach­li­ch wie unmiss­ver­ständ­li­ch ein Auf­klä­rungs­buch, in dem alles stand, ausser das, was wirk­li­ch inter­es­sier­te.

Eugen Huber war nicht der ein­zi­ge, der um Lina warb, auch der bekann­te deut­sche Archi­tekt Gott­fried Semper inter­es­sier­te sich für sie, sowie kein gerin­ge­rer als Gott­fried Keller.

Lina Huber war keine gewöhn­li­che Kell­ne­rin, son­dern eine sehr intel­li­gen­te, selbst­be­wuss­te und wiss­be­gie­ri­ge Frau. Sie wurde seine unent­behr­li­che Part­ne­rin bei der Erstel­lung des Schwei­ze­ri­schen Zivil­ge­setz­bu­ches, ZGB.

Eugen Huber, der allen Ein­woh­nern in Alt­stet­ten wegen der nach ihm benann­ten Stras­se ein Begriff ist, wurde an diesem Abend für die Zuhö­rer leben­dig im wahrs­ten Sinne des Wortes.

Der Dank von Kul­tur48 geht an Jean-Claude Schaff­hau­ser, der erneut eine unver­gess­li­che Lesung finan­zier­te, an die PBZ Alt­stet­ten und an die ein­drück­li­che Auto­rin und Red­ne­rin des kurz­wei­li­gen Abends: Frau Verena E. Müller.

Bar­ba­ra Böhi Kir­ca­li, Kul­tur48

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